Betroffene von sexuellem Kindesmissbrauch aus Kassel und Umgebung, die sich für die vertrauliche Anhörung durch die Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs per Videotelefonie entscheiden, können nun vom Zentrum für Psychotraumatologie Kassel unterstützt und begleitet werden. Diese Begleitung umfasst eine Vorbesprechung, die Begleitung während der Anhörung sowie die Nachbetreuung. Die Anhörung findet in den Räumen des Traumazentrums statt und wird federführend von Rechtsanwältin Sabine Platt aus Wiesbaden per sicherer Konferenzsoftware durchgeführt. Die Anmeldung erfolgt über die Aufarbeitungskommission (s.u.)

Dabei sind Anhörungen nicht nur zum aktuellen Aufruf “sexueller Mißbrauch in der Schule” möglich, die vertrauliche Anhörung ist generell eine Möglichkeit, wie von sexuellem Missbrauch in der Kindheit oder Jugend Betroffene oder Zeitzeug*innen (z.B. Erzieher*innen, Lehrer*innen, Trainer*innen oder Sozialarbeiter*innen) der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs davon berichten können.

Im Zentrum der Arbeit der Kommission stehen die vertraulichen Anhörungen von Betroffenen. Das sind Gespräche, die in einem sicheren und geschützten Rahmen stattfinden und ca. zwei Stunden dauern. Sie können vor Ort oder im Videoformat stattfinden. Die Anhörungen werden von zwei Mitgliedern der Aufarbeitungskommission oder durch Anhörungsbeauftragte durchgeführt. Während der Anhörung entscheiden allein die Anzuhörenden, was sie sagen möchten und was nicht. Es gibt kein Richtig und kein Falsch. Das Mitteilen der eigenen Erfahrungen kann dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche in Zukunft besser geschützt werden können. Durch das Zuhören möchte die Kommission das erlebte Leid und Unrecht anerkennen. Alles, was erzählt wird, wird vertraulich behandelt und fließt ohne Nennung von Namen und Orten in die Berichte der Kommission ein.

Nähere Informationen und die Online-Anmeldemöglichkeit gibt es auf der Website der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs:  www.aufarbeitungskommission.de/