Im letzten Herbst hatten wir zu einer Online-Umfrage aufgerufen, zum Angebot für traumatisierte Menschen in Kassel und Umgebung  und insbesondere zum Angebot des Zentrums für Psychotraumatologie e.V.. Insgesamt nahmen 78 Personen daran teil, 44 Betroffene und 34 Therapeut*innen, Berater*innen, Ärzt*innen und andere Berufsgruppen, die mit Traumatisierten arbeiten (12 Traumatherapeut*innen, 7 Psychotherapeut*innen ohne Traumafortbildung), 7 Ärzt*innen, 3 Mitarbeiter*innen einer Beratungsstelle, 3 Mitarbeiter*innen von Institutionen, wie Polizei, Rettungskräfte, Feuerwehr, Bundeswehr, 11 Sonstige Berufsgruppen. Wir bedanken uns bei allen herzlich fürs Mitmachen!

Die Ergebnisse lassen sich in drei Gruppen einteilen:

Unsere Arbeit wurde insofern bestätigt, als dass sowohl Betroffene als auch Berufsgruppen als wichtigstes Angebot des Zentrums für Psychotraumatologie e.V. die persönlichen Beratungen angaben (Betroffene 75%, Berufe 85%) gefolgt von Stabilisierungsgruppen (Betroffene 54%, Berufe 73%). Auch viele der von den Berufsgruppen gewünschten Fortbildungsthemen haben wir bereits im Programm, z.B. Transgeneration und Trauma (geplant für 15.08.2020), Dissoziative Identitätsstörung (geplant für 17.10.2020) oder Sekundärtraumatisierung (geplant für 27.11.2020). 58% der beruflich mit Traumatisierten Tätigen sind an Netzwerktreffen interessiert. Solche Treffen zum Austausch untereinander organisiert das Zentrum für Psychotraumatologie e.V. 2x jährlich bereits seit vielen Jahren.
Dann gab es einige Anregungen oder Ergebnisse aus gezielten Fragen, die sich organisatorisch relativ einfach umsetzen lassen. Ein großer Bedarf wurde sowohl von Betroffenen (85%) als auch von den Berufsgruppen (63%) geäußert bezüglich von Informationsveranstaltungen zu Trauma für Betroffene sowie über das Zentrum für Psychotraumatologie e.V. Auch Angebote für Berufsgruppen im Bereich des Austausches untereinander, der Ressourcenaktivierung und Selbstfürsorge oder Supervision / Fallbesprechungen wären durchführbar und werden wir sicherlich in unser Programm aufnehmen, sobald es Corona wieder zulässt.
Schwieriger ist es derzeit leider mit allen Angeboten, bei denen größere Kosten entstehen. Das betrifft sowohl Infomedien zu Angeboten für Traumatisierte in und um Kassel (Betroffene 74%) als auch über Trauma (Betroffene 43%, Berufsgruppen: 79%) als auch körperorientierte bzw. Sportangebote für Betroffene. Da viele der Betroffenen die Kosten für letztere nicht selbst aufbringen können, werden solche Angebote überwiegend aus den EInnahmen des Zentrums für Psychotraumatologie e.V. im Fortbildungsbereich finanziert oder über Drittmittel. Aufgrund von den durch Corona verursachten Ausfälle hat sich die finanzielle Lage hier deutlich verschlechtert.
Außerdem gab es einige neue Ideen, über deren Umsetzung wir intern diskutieren werden, z.B. Beratungsangebote für Eltern, KInder und Jugendliche oder die Anregung, die Angebote im Traumabereich in und um Kassel zu koordinieren.
Wir bedanken uns auch ganz herzlich für die vielen Wünsche und Ermutigungen, die uns über die Umfrage ,it auf den Weg gegeben wurden!