Seit dem 01.04.2026 werden psychotherapeutische Leistungen um 4,5 % gekürzt. Und das in einem Versorgungssystem, das schon jetzt massiv belastet ist. Die durchschnittliche Wartezeit auf den Beginn einer Psychotherapie liegt bereits bei 142 Tagen. Gleichzeitig steigen psychisch bedingte Fehlzeiten seit Jahren deutlich an. Diese Kürzung betrifft deshalb nicht nur Psychotherapeut*innen. Sie betrifft vor allem Patient*innen, Kinder, Jugendliche, Familien und alle Menschen, die auf zeitnahe Hilfe angewiesen sind. Wer ambulante Psychotherapie schwächt, verschärft Versorgungslücken und nimmt längere Krankheitsverläufe und höhere Folgekosten in Kauf.
Psychische Gesundheit braucht keine Abwertung, sondern politischen Willen, bessere Zugänge und eine verlässliche Versorgung.
Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat noch bis Mai die Möglichkeit, die aktuellen Beschlüsse zu beanstanden. Politische Korrekturen sind also noch möglich – aber nur, wenn die Entwicklungen sichtbar gemacht und gemeinsam adressiert werden.
Deshalb gibt es aktuell deutschlandweit Proteste und Kundgebungen.
In Kassel findet die zweite Demo mit Kundgebung am Samstag, 18.04., ab 14:00 Uhr statt. Start ist der Platz der 11 Frauen (Friedrich – Ebert – Straße, Tram-Haltestelle Annastraße). Die Kundgebung findet abschließend am Rathaus statt.
Auf change.org gibt es aktuell eine Petition dazu, die man online unterzeichnen kann. Zur Petition geht es hier.